Etude No. 6

Spazieren Sie ohne Ziel.

Bummeln Sie vom Neuen Wall ins Görtz Palais. In den Palais­hof und wieder hinaus. Flanieren Sie über breite Boulevards zur Stadt­haus­brücke. Schar­wenzeln Sie durch das Hotel in den Stadt­hof. Oder von der Lobby in den Treppenhof. Nehmen Sie einen Petit Noir in der Tagesbar. Studieren Sie die fünf größten, in­ter­nationalen Tages­zeitungen und flirten Sie ein bisschen. Promenie­ren Sie vom Treppenhof durch das Markthaus in den Bleichenhof. Ent­de­cken Sie einen versteckten Durch­gang zum Was­ser. Verweilen Sie Stunden mit der Beobachtung von Pas­san­ten, Schwänen und Möwen – das macht Appetit! Über­lassen Sie die Wahl des Restaurants einer vorbei­bummeln­den Flaneuse, die erstaunliche Ähnlichkeit mit Napoleon Bonaparte hat. Von den Brückenarkaden blicken Sie zur Bleichenbrücke und schlendern Richtung Palaishof. Da waren Sie zwar schon, doch Ihre innere Stim­me souffliert Ihnen “Zurück“! Hier findest du ein kleines Glück.“ Und innere Stim­men lügen nie! Um die Dimen­sio­nen des formidablen Quar­tiers mit Schritten abzu­mes­sen, treten Sie durchs Görtz Palais auf den Neuen Wall, schlüpfen an der Bleichenbrücke wieder hinein und prome­nieren am Fleet bis in den Bleichenhof. Durchs Hofhaus gleiten Sie hinaus auf die Stadthausbrücke, zum Zwecke der Be­wun­derung der pracht­voll­en Fassaden. Sie drehen sich vor Vergnügen im Kreis, et voilà: Orien­tie­rung verloren, Zeit wieder­gefunden.

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